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Juli Zeh, Unterleuten

Unterleuten Book Cover Unterleuten
Juli Zeh
Fiction
Luchterhand Literaturverlag
8. March 2016
640

Was für ein grandioser Roman! Von Seite 1 an war ich gefesselt von dem spannenden „Mikrokosmos“ Dorf. Juli Zeh lässt in ihrem Buch ein ganzes Dorf zum Leben erwachen. Die Geschichte wird aus der Sicht von mehreren Dorfbewohnern erzählt. Nicht alle Personen sind schon in dem Dorf aufgewachsenen, sie leben aus den unterschiedlichsten Motiven dort. Einerseits die Dofbewohner, die schon in Unterleuten aufgewachsen sind, wie z.B. die junge Ärztin mit dem erfolglosen Schriftsteller als Mann und dem verwöhnten Töchterchen. Oder der langjährige Bürgermeister, dessen geliebte Frau vor kurzem verstorben ist und in deren Nachlass er Beweise dafür gefunden hat, dass sie eine Stasi-Agentin war und regelmäßig Berichte über ihn verfasst hat. Andererseits die Städter, die entschieden haben, ihr Leben fernab der Großstadt Berlin zu leben. So wie der schon etwas angegraute Professor, der sich in seine Studentin verliebt hat und nun mit ihr und dem gemeinsamen Baby auf dem Land seinen Frieden sucht. Oder die junge Pferdeexpertin, die bei der Verwirklichung ihrer Träume keine Kompromisse eingeht und ganz konzentriert auf sich und ihr Ziel ist.
Das Dorfleben könnte so idyllisch sein, hätte nicht eine Investmentfirma vor, eine riesige Windkraftanlage in der Gemeinde zu bauen. Politisch und zwischenmenschlich geht es von an drunter und drüber.

Juli Zeh gelingt ein wirklich großer Gesellschaftsroman mit Unterleuten. Sie schreibt nicht nur das Buch, sondern entwirft auch das ganze „Drumherum“. So gibt es das Buch, nach dem die junge Pferdeexpertin lebt und handelt wirklich. (Sehr amüsante Lektüre übrigens!) Im Internet findet man sogar Einträge über die vermeintliche Dorfkneipe von Unterleuten.

Ein Lesemuss!

 

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